Manche Auftraggeber:innen wollen, dass ihr PDF passwortgeschützt sein soll – warum auch immer. Aus Gründen der Barrierefreiheit ist das nicht die beste Idee.
Auf jeden Fall muss hier in den PDF-Einstellungen der Haken gesetzt sein (Beispielbild aus Acrobat Pro am Mac):

Aber auch wenn man diesen Haken gesetzt hat, hängt alles davon ab, mit welchem Programm das PDF geöffnet wird. Denn jedes Tool verhält sich etwas anders. Und man kann beim Erstellen eines PDFs nicht steuern, mit welcher Software später das PDF betrachtet wird.
Für meine Tests habe ich verschiedene per Passwort geschützte PDFs genommen, also solche, bei denen das Öffnen, aber nicht Verändern oder Kopieren möglich sind.
Am Mac mit VoiceOver
- Acrobat: liest nicht vor
- Chrome: liest vor, macht Fehler bei Headline-Hierarchien
- Firefox: liest vor, findet nicht alle Headlines
- Safari: liest vor
- Vorschau: liest vor
Unter Windows mit NVDA
- Acrobat: liest nicht vor
- Chrome: liest vor, macht Fehler bei Headline-Hierarchien
- Edge: liest vor
- Firefox: liest vor, findet nicht alle Headlines
Interessant (oder merkwürdig), dass gerade Acrobat bei meinen Tests die heftigsten Probleme hatte. Und Chrome machte aus einer H1-Überschrift einfach eine H2.
Dass sich die Tools bei meinen verschieden komplexen PDFs auch noch leicht unterschiedlich verhalten haben, kommt noch hinzu. Insofern rate ich davon ab, PDFs zu schützen, wenn das Thema Barrierefreiheit eine Rolle spielt. Und das sollte es.
Anmerkung: Alle Angaben sind ohne Gewähr und geben meine Erfahrung am Tag der Veröffentlichung wieder. Softwareupdates können seitdem natürlich Verbesserungen, aber auch das Gegenteil, bewirkt haben
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