Rezension: Duden Korrektor CC 21 für InDesign und InCopy 2026

»Der Duden ist doch bei InDesign eingebaut!? Warum soll ich den nochmal kaufen?«

Es stimmt, dass die Duden-Rechtschreibprüfung von Adobe zu InDesign und InCopy schon vor ein paar Versionen hinzugefügt wurde. Der Duden Korrektor kann aber viel mehr als nur die Rechtschreibung zu kontrollieren, und damit lohnt sich ein genauerer Blick:

Die Rechtschreibprüfung und Silbentrennung entspricht der von InDesign (und InCopy). Ist klar, denn Adobe hat sie von EPC Software, dem Anbieter hinter dem Duden Korrektor, lizenziert. Auch die Datenbank dahinter enthält bei beiden den derzeit aktuellen Duden-Wortbestand, so wurde mir vom Hersteller mitgeteilt.

Wertvoll wird die Erweiterung zum einen dadurch, dass sie auch die Grammatik prüfen kann. In meinem Beispieldokument wurden alle Ungenauigkeiten erkannt. Zwei Beispiele:

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung mit der Frage: Stimmen Subjekt und Prädikat überein?
Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung mit der Frage: Stimmen diese zusammengehörenden Wörter grammatisch überein?

Auch Komma-Fehler werden gefunden:

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung mit der Frage: Hier Kommas einfügen?

Für diese Prüfungen gibt es sogar verschiedene Stile, die in den Voreinstellungen festgelegt werden können. Und dort kann man auch zusätzlich noch einstellen, nach beispielsweise Dialekt oder »derben« Wörtern zu suchen. Das gefällt mir sehr gut, und dazu hatte ich schon vor einiger Zeit etwas ausführlicher geschrieben: [Link]

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Voreinstellungen des Duden Korrektors

Eine kleine, aber bedeutende Verbesserung der neuen Version: Bei Abkürzungen wie z.B. wird nicht nur das Leerzeichen richtigerweise zwischen dem ersten Punkt und dem B eingefügt, sondern gleich der richtige Leerraum, ein Achtelgeviert. Vorher:

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung mit der Frage: Diese Abkürzung korrigieren?

Nachher:

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung nach der Korrektur: Zwischen z. und B. ist ein schmales Leerzeichen, ein sogenanntes Achtelgeviert.

Im ersten z. B. sieht man das Achtelgeviert, denn es hat in InDesign ein anderes (hellblaues) Steuerzeichen als das »normale« Leerzeichen.

Das zweite »z. B.«, das schon eine Leerraum enthielt, wird allerdings nicht angemerkt, denn es wird nur geprüft, ob dort ein Leerraum ist. Aber mit einem kleinen Suchen&Ersetzen hat man das schnell im Griff.

Anders als bei der mit InDesign mitgelieferten Version kommt im Duden Korrektor noch ein Thesaurus hinzu, der mit 300.000 Wörtern immer eine Lösung parat hat, wenn man mal ein alternatives Wort schreiben will.

Für alle, die in InDesign oder vermutlich eher InCopy viel mit Text arbeiten, stellt der Duden Korrektor damit eine wirklich sinnvolle Ergänzung dar.

Aber. Ich habe auch zwei Probleme gesehen. Das erste adressiert der Hersteller sogar in der Software selbst:

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung zeigt die Warnung, dass ein Satz eine Fußnote enthält. "Durch das Korrigieren des Fehlers wird die Fußnote an den Satzanfang geschoben. Möchten Sie fortfahren?"

Das ist natürlich bei wissenschaftlichen Texten mit vielen Fußnoten kein Spaß, anschließend die Fußnoten alle wieder an die richtige Position zu bringen (oder die Korrektur an solchen Stellen lieber »per Hand« auszuführen, statt über das Prüf-Fenster). »Die Schwierigkeiten haben mit der Art und Weise zu tun, wie InDesign den Text intern repräsentiert.« schreibt mir das Entwickler:innen-Team. Ich drücke die Daumen, dass sie dafür zeitnah eine Lösung finden!

Auch das andere Problem scheint damit zusammen zu hängen, wie InDesign bestimmte Sachen intern behandelt: Ist ein Text mit einem Zeichenformat ausgezeichnet und ergibt sich durch den Duden Korrektor ein veränderter Textfluss, verbleibt die Auszeichnung durch das Zeichenformat an der Originalstelle und »wandert« nicht mit dem Text. In meinem Beispiel ist »noch mal« mit einem Zeichenformat versehen, das den Text rosa hinterlegt (dadurch, dass der Satz ausgewählt ist, erscheint die Hinterlegung in der Komplementärfarbe):

Bildschirmaufnahme aus InDesign zeigt die Duden-Korrektor-Prüfung mit der Frage: Hier ein Komma einfügen?
Der Text "noch mal" ist farblich hinterlegt.

Durch das hinzugefügte Komma verschiebt sich der Text ein wenig, und plötzlich ist der letzte Buchstabe nicht mehr ausgezeichnet, dafür aber das Leerzeichen vor dem »noch«:

Ausschnitt aus Text. Farbnig hinterlegt ist ein Leerzeichen und dann der Text noch ma, ohne das l.

Darum mein Tipp: Jede Änderung im Duden Korrektor bitte per »Ändern« (statt »Alle ändern«) durchführen und nicht die Sichtkontrolle vernachlässigen!

Ist man sich dieser Sachen bewusst, ist der Duden Korrektor wegen seiner guten und fein einstellbaren Grammatikprüfung und wegen des Thesaurus‘ eine sinnvolle Erweiterung für alle, die mit Text arbeiten.

Es gibt den Duden Korrektor auch für Microsoft Office und mit dieser Version auch für LibreOffice und damit für eine Open-Source-Software. Ein großartiger Schritt von EPC!


Duden Korrektor CC 2026 für InDesign und InCopy

30 Tage kostenlos, danach 114 € zzgl. MwSt. für eine zeitlich unbegrenzte Lizenz
Update von letzter Version € 29,80
Preise: Stand 08.12.2025

Link: https://www.epc.de/duden-korrektor-cc-fuer-adobe-indesign-und-incopy

Transparenzhinweis: Mir wurde die Software für diesen Test kostenlos von EPC Software zur Verfügung gestellt.